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Dienstpflicht im Feuerwehrrecht

Dienstpflicht bezeichnet die landesrechtlich und örtlich konkretisierte Verpflichtung von Feuerwehrangehörigen, ordnungsgemäß am Feuerwehrdienst mitzuwirken und rechtmäßige dienstliche Vorgaben zu beachten.

Personal und FührungAktualisiert am 27.07.2026
  • Feuerwehrangehörige
  • Feuerwehrführung
  • Gemeinden

Was bedeutet Dienstpflicht?

Mit der Aufnahme in die aktive Feuerwehr entstehen regelmäßig öffentlich-rechtliche Pflichten. Deren genauer Inhalt richtet sich nach dem Feuerwehrrecht des Bundeslandes, der örtlichen Satzung, der konkreten Funktion und rechtmäßigen dienstlichen Anordnungen.

Typische Pflichten sind die ordnungsgemäße Teilnahme an Einsätzen, Übungen, Aus- und Fortbildungen oder angeordneten Bereitschaften, die Befolgung rechtmäßiger Weisungen, die Beachtung von Sicherheitsregeln und ein sorgfältiger Umgang mit Fahrzeugen und Ausrüstung.

Die Dienstpflicht ist nicht bundesweit einheitlich. Auch Reichweite, Entschuldigungsgründe, Mindestteilnahme und mögliche Folgen eines Versäumnisses können sich zwischen den Ländern und Gemeinden unterscheiden.

Eine Alarmierung begründet keine Pflicht, sich selbst oder andere unverhältnismäßig zu gefährden. Krankheit, fehlende Einsatzfähigkeit, Betreuungspflichten, Alkohol- oder Medikamenteneinfluss sowie andere erhebliche Hinderungsgründe können einer Teilnahme entgegenstehen.

Nicht jedes Fernbleiben ist eine Pflichtverletzung. Vor einer Reaktion müssen konkrete Termine, ordnungsgemäße Anforderung, Kenntnis, Entschuldigungen, persönliche Zumutbarkeit und ein mögliches Verschulden geklärt werden.

Aus den Dienstpflichten folgen zugleich Schutz- und Fürsorgepflichten der Gemeinde. Sie muss geeignete Ausrüstung, sichere Organisation, notwendige Ausbildung und einen rechtmäßigen, gleichbehandelnden Umgang gewährleisten.

Bei wiederholten oder erheblichen Verstößen kommen je nach Landesrecht und Satzung abgestufte Maßnahmen in Betracht. Gespräch, Hinweis, Fortbildung oder begrenzte Aufgabenanpassung sind von Dienstverbot oder Entlassung rechtlich zu unterscheiden.

Worauf sollte in der Praxis geachtet werden?

  1. konkrete Pflicht aus Landesrecht oder Satzung bestimmen
  2. ordnungsgemäße dienstliche Anforderung nachweisen
  3. Funktion, Ausbildung und persönliche Einsatzfähigkeit berücksichtigen
  4. Entschuldigungs- und Hinderungsgründe vollständig prüfen
  5. Verschulden nicht allein aus dem Fernbleiben ableiten
  6. vergleichbare Fälle nach einheitlichen Maßstäben behandeln
  7. mildere Reaktionen vor belastenden Maßnahmen prüfen
  8. Anhörung und Sachverhaltsaufklärung sicherstellen
  9. Fürsorge- und Schutzpflichten der Gemeinde mitprüfen

Passende Fachartikel

Rechtsgrundlagen

§ 20 BHKG Nordrhein-Westfalen – Dienstpflichten und Freistellung

Beispiel einer landesrechtlichen Regelung zur Teilnahme an Einsatz-, Übungs-, Ausbildungs- und Fortbildungsdiensten.

Art. 6 Bayerisches Feuerwehrgesetz – Feuerwehrdienst

Beispiel einer landesrechtlichen Regelung zu Einsätzen, Ausbildung, Sicherheitswachen, Bereitschaftsdienst und Weisungen.

Feuerwehrgesetz und Feuerwehrsatzung des jeweiligen Landes und der Gemeinde

Der konkrete Inhalt der Dienstpflicht und mögliche Rechtsfolgen richten sich nach dem jeweils geltenden Landes- und Ortsrecht.

DGUV Vorschrift 49 – Feuerwehren

Begrenzt den Feuerwehrdienst durch Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz.